Verkürzter Wehrdienst reißt Lücken
Rotes Kreuz warnt vor Einbrüchen im Gesundheitswesen
Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) in Baden-Württemberg warnt
vor gravierenden Folgen für das Gesundheitswesen, wenn der Wehrdienst in Folge der Regierungspläne auf sechs Monate verkürzt wird. Aus Gründen der Wehrgerechtigkeit bedeutete dies auch eine Verkürzung des Zivildienstes und damit einen Wegfall vieler Zivildienststellen. Allein beim Roten Kreuz in Baden-Württemberg leisten in diesem Jahr über 900 junge Männer ihren Zivildienst.
Vor allem im Rettungsdienst wird eine Verkürzung deutlich spürbar. Die Qualifizierung für den Einsatz im Rettungsdienst dauert drei Monate - das stünde in keinem Verhältnis mehr zur Restdienstzeit. Ohne die bisherigen rund 280 Zivildienstleistenden (ZDL) wären im Rettungsdienst auf Kosten der Krankenkassen-Beitragszahler neue Personalstellen notwendig.
Für die Pflegeeinrichtungen steht ebenfalls zu Befürchten, dass viele Einsatzstellen aufgrund der zu kurzen tatsächlichen Einsatzzeit keine ZDL mehr einstellen werden. Abgesehen von steigenden Kosten durch notwendigen Ersatz leidet die Betreuung und Unterstützung der Hilfebedürftigen.
Der Zivildienst ist ein bewährtes System, das nun faktisch vor dem Aus steht. Eine Verkürzung führt nicht nur zum Wegfall vieler Einsatzstellen, auch wird die Leistungsfähigkeit der verbliebenen Stellen erheblich beeinträchtigt und der Zivildienst verliert an Attraktivität. Er ist sozialer Lerndienst und bietet wertvolle Beiträge zur beruflichen Orientierung junger Menschen. Dafür braucht es Zeit zur Einarbeitung und zur Qualifizierung, die bei einer weiteren Verkürzung nicht mehr vorhanden ist.
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