Migrationsberatung spart viel mehr, als sie kostet

Eine Studie der Liga Baden-Württemberg zeigt: Migrationsberatung ist kein Kostenfaktor. Sie ist kluge Integrationspolitik und wirtschaftlich vernünftige öffentliche Steuerung.

Eine aktuelle SROI-Analyse (Social Return on Investment), die im Auftrag der Liga der Freien Wohlfahrtspflege in Baden-Württemberg e.V. erstellt wurde, zeigt: Bereits im ersten Beratungsjahr vermeidet die Migrationsberatung für erwachsene Zugewanderte (MBE) in Baden-Württemberg Folgekosten in Höhe von 216,8 Millionen Euro  Pro ratsuchender Person entspricht das 7.726 Euro. Und pro investiertem Euro Bundesfinanzierung werden rund 25 Euro an Folgekosten vermieden. 

Die Wirkung ist dabei nicht abstrakt, sondern konkret: MBE stärkt Integration und Spracherwerb, verbessert den Zugang zu Arbeit und Bildung, stabilisiert in psychisch belastenden Situationen, sichert Aufenthaltsstatus und materielle Lebenslagen und reduziert Abhängigkeit von Sozialleistungen.

Als Badisches Rotes Kreuz leisten wir dazu an acht MBE-Standorten einen konkreten Beitrag. Jeden Tag erleben unsere Teams, was die Studie jetzt auch in Zahlen belegt: Gute Beratung wirkt früh, verhindert Eskalationen und entlastet damit nicht nur die betroffenen Menschen, sondern auch Kommunen, Verwaltung und soziale Sicherungssysteme.

Gerade mit Blick auf Fachkräftebedarf, demografischen Wandel und angespannte öffentliche Haushalte ist das die eindeutige Botschaft: Wer bei Migrationsberatung kürzt, spart nicht – er verlagert Kosten in die Zukunft.

Deshalb braucht die MBE keine Debatte über ihr „Ob“, sondern eine verlässliche, langfristige Finanzierung.